Kanaren-Hoteliers warnen vor Wildwuchs bei Wohnmobilen
Der Präsident der kanarischen Hotelvereinigung Ashotel, Jorge Marichal, warnt vor einer unkontrollierten Ausbreitung von Wohnmobilen als Wohnform. Angesichts der Wohnungsnot lebten immer mehr Menschen dauerhaft in Caravans und parkten im öffentlichen Raum. Er fordert von den Behörden eine rasche Regulierung.
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Der Ashotel-Präsident ist besorgt wegen der aktuellen Wohnmobilflut auf den Kanaren
Marichal fordert die kanarischen Verwaltungen auf, "so schnell wie möglich" zu handeln. Wohnmobile stünden mangels geeigneter Flächen ungeordnet auf Straßen, Parkplätzen oder brachliegenden Grundstücken kritisierte er nach Angaben des Portals Canarias 7. Es gebe "keinerlei Ordnung".
Der Ashotel-Präsident verweist auf die Wohnungsnot im Archipel. Viele Beschäftigte hätten keine Alternative und lebten notgedrungen in ihren Fahrzeugen. Das müsse man akzeptieren, sagt er. Gleichzeitig seien jedoch Regeln und ausgewiesene Flächen mit Mindeststandards erforderlich, damit Betroffene Zugang zu Abwasserentsorgung, Frischwasser und Müllentsorgung erhielten.
Lehren aus der Ferienvermietung
Marichal sieht Parallelen zur Entwicklung der Ferienwohnungen, die sich über Jahre weitgehend unreguliert ausgebreitet hätten. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, drohe ein ähnliches Szenario. "Es wird wieder passieren. Wir lernen nicht", warnt er.
In einem Schreiben an den Zusammenschluss der Gemeinden auf den Kanarischen Inseln, Fecam, habe er einen gemeinsamen Rechtsrahmen für alle kanarischen Gemeinden angeregt. Ziel sei es, die Situation zu ordnen, bevor sie weiter außer Kontrolle gerate.
Von Tourismus zu Wohnform
Nach Einschätzung Marichals geht es längst nicht mehr nur um Freizeit- oder Urlaubscamper. Schätzungen zufolge gibt es rund 11.000 Caravan-Nutzer auf den Inseln. Zunehmend werde das Fahrzeug zur Wohnlösung auf Zeit.
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